Konzept

Schule ist Leben - Leben ist Schule

Die Förderung der Fähigkeiten eines jeden einzelnen Kindes beschäftigt uns sehr. Grundlage und Basis unseres Konzeptes bildet die Waldorfpädagogik.

Es bewegen uns viele weitere Fragen:

Was sind die Bedürfnisse der Kinder in der heutigen Zeit und welche Fähigkeiten brauchen die Kinder in der Zukunft? Wie können wir sie bei ihrer Entwicklung unterstützen?

Wie ist der Zustand der Erde und der Erneuerungskräfte, die sie von uns Menschen braucht?


Mit der Freien Schule Laubenhöhe entsteht ein Ort, an dem für Kinder, Pädagogen und Eltern die Verbindung mit der Erde und zur Welt unmittelbar erlebt und gestaltet werden kann.

Die Kinder werden eingebunden in eine Gemeinschaft von Erwachsenen, die selbstbestimmt ihre Arbeit und ihr Leben gestalten. An diesen Gestaltungsprozessen kann das Kind teilnehmen und in den Willensstrom des Erwachsenen mit eintauchen.

Für die Entwicklung der Kinder wird eine Umgebung gebraucht, die es ermöglicht, Vorgänge in ihrer Ganzheit zu erleben, wie z. B. gemeinsam zu säen und zu ernten, zu kochen, zu backen, Kleidung herzustellen, zu singen und zu musizieren, zu schmieden, zu imkern, zu schreinern, zu bauen u. a.

In einem solchen Zusammenhang werden auch die Grundkompetenzen Sozialfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Konfliktbewältigung, Kommunikation etc. (Abgleich mit hessischem Bildungsplan) erlernt und geübt.

"Der sich selbst erziehende Erwachsene ist die Umgebung des sich selbst erziehenden Kindes.“

Rudolf Steiner

Durch das gemeinsame Schaffen und Leben wird das Kind ermutigt, sich vertrauensvoll in sein eigenes Leben einzuwohnen und unterstützt, Hindernisse zu überwinden, seine Fähigkeiten zu entfalten und mitzugestalten.

Dabei werden die Grundbedürfnisse des Menschen nach Verbundenheit, Sinnhaftigkeit, Selbstgestaltung und Wachstum nachhaltig erfüllt.

Es sollen Grundlagen geschaffen werden, die es ermöglichen, dass Kinder im Sinne der Salutogenese körperlich, seelisch und geistig gesund heranwachsen, um als erwachsene Menschen ihr Leben in Freiheit zu gestalten.

Im Hinblick auf die Gründung einer neuen Schule stellt sich primär die Frage, wie Lernen heute stattfinden soll. Wie eine neue Schule gestaltet werden kann, die den Veränderungen der Lebenswelt des Menschen gerecht wird.

Wichtig für die jungen Menschen ist es, in Verbindung zu sein und zu kommunizieren.

Fähigkeiten bilden sich vor allem im Tun mit anderen Menschen. Das Kind lernt durch den tätigen Erwachsenen, der ihm Vorbild ist und dem es vertrauensvoll folgt.

In der spielenden Nachahmung werden die für das Kind wichtigen Tätigkeiten erprobt, getestet, wiederholt und so zu Eigen gemacht. Indem das Kind imitiert, praktiziert und nachvollzieht, lernt es außer den praktischen Fähigkeiten in seiner Lebenswelt zudem, wie man lernt, sofern der Erwachsene selbst ein Lernender und Übender ist.

Die Schule bietet den Raum, in dem die Kinder in verschiedenen Feldern ihren ureigenen Impulsen folgen können. (z.B. im künstlerischen Schaffen, freies Spiel, etc.)

Besonders ab dem 12. Lebensjahr entsteht aus dem Kind heraus das Interesse an Wissen aus der ganzen Welt und auf der Metaebene. In Form von Projekten, Fächern und Themenbereichen wird diesem Bedürfnis Rechnung getragen.

Gleichzeitig gehen wir in unserer Schule von der Grundannahme aus, dass ein Mensch aus innerstem Motiv heraus in der von ihm vorgefundenen Umwelt intensiv leben, sich umfassend und tiefgreifend in diese Welt und für diese Welt einbringen will. Das ist es was wir intrinsisches Handeln nennen - eigenbestimmt und ohne äußeren Anstoß.

Dieses Sich- Einbringen-Wollen in die Welt, wollen wir jedem Kind nach seinem ureigenen Weg ermöglichen. Ziel ist es, dass die Kinder mit grundlegendem Wissen, in Selbstverantwortung und mit innerer und äußerer Gestaltungsfähigkeit aus dieser Schule in ihr Erwachsenenleben hineingehen können.

Dieser Entwicklungsweg setzt eine umfassende Begegnung mit einer Umwelt voraus, die alles bereithält, woran der junge Mensch sich aufbauen und strukturieren, mit Freude und Sinnhaftigkeit lernen und seine Fähigkeiten ausbilden kann.

In diesen Situationen erfahren die Schüler einen „Sog durch Interesse, Begeisterung und Sinnhaftigkeit" - anstatt des anderswo praktizierten und als willkürlich erlebten Drucks der Noten und Sanktionen. Diese Aufgaben stellen das Bewältigen lohnender, sinnvoller Aufgaben in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit - und führen zu der Erfahrung, dass ganz "nebenbei" das Wissen und Können anwächst, mit dem man selbstverständlich auch Prüfungen bestehen kann.

Falls ein Kind in dieser Arbeit unsicher, zögerlich oder mutlos ist, kann es zu seiner Aktivität des Lernens eingeladen, ermutigt und inspiriert werden; andere Interventionen wie drängen, überlisten, bewerten, belohnen, bestrafen, also sogenannte extrinsische Anreize, würden ihn auf diesem Weg nur stören, demotivieren und sehr bald Widerstand und Verweigerung hervorrufen.

Entwicklung geschieht in einem wechselweisen Prozess von innerer und äußerer Aktivität.

Jedes Kind bringt Fähigkeiten und Potenziale mit sich, erlebt etwas im Äußeren, und macht sich dieses zu Eigen. So geschieht eine Umwandlung und Erweiterung seines Könnens und Wissens.

Folglich ist es Aufgabe der Schule, diese Prozesse von Tag zu Tag zu ermöglichen, indem sie den benötigten geschützten, geordneten Raum zur Verfügung stellt. Sie kann auch herausfordernde Situationen arrangieren, in denen der Schüler den Willen zum Entwicklungsschritt findet.